Knappschaft des Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V. 1990 - Macht Kohle - 2019
Knappschaft des
Lugau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers e.V.

Glück Auf und Herzlich Willkommen

Spendenaufruf Geleuchtsammlung / Verein

Ein Bergkamerad auf Pilgerfahrt

Unser Knappschaftsmitglied und Bergkamerad Joe Jacob hat sich aufgemacht eine Pilgerfahrt auf dem Jakobsweg von Zwickau nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens zu unternehmen.
Diese über 3000km auf den eigenen Füßen wird Joe hier in regelmäßig unregelmäßigen Abständen dokumentieren.

Mit dem Segen der Knappschaft soll es Joe Freude und Entbehrung - Läuterung und Erleuchtung auf seinem Wege bringen.

Rheinüberquerung - 3. Eintrag vom 14.07.2019

Es war bereits der 6. Juli. Nach 33 Tagen seit Beginn meiner Reise gelangte ich nach Hartheim, dem letzten Ort vor der Rheinüberquerung (siehe Bild). In der Hitze der Mittagszeit habe ich den vorerst letzten Berg überschritten. Durch unzählige Reben hatte ich in das grosse Tal bis weit hinüber zu den Vogesen geblickt.

In Hartheim stand nun ein Fest an, welches am Abend eröffnet werden sollte. Wie durch Zufall kam ich mit Organisatoren des Festes ins Gespräch und so kam es, dass ich zur Eröffnungsansprache dem ganzen Dorf vorgestellt wurde. Ganz verlegen winkte ich aus der Menge.

Doch wie würde der Tag enden? Ehrlich gesagt, hatte ich es nicht besonders eilig, die nächste Grenze zu überschreiten. Ich würde mich wieder auf eine andere Kultur und Landschaft einstellen müssen. Und wie würde ich mich - ohne je Französisch gelernt zu haben - verständigen können? So beschloss ich, am 7. Juli einen Ruhetag zu halten, an dem ich meinen Rucksack neu sortieren, Wäsche waschen und duschen konnte. Wunderschön war der Blick aus dem riesigen flachen Tal zum oberen Schwarzwald. Mit dem goldenen Getreidefeld davor mutete diese Gegend wie eine italienische Landschaft an.

Am nächsten Tag sollte es dann in den Elsass gehen. Als ich den Rhein überquert hatte, musste ich erst einmal Straßen und später viele Kilometer monotonen geradlinigen Feldwegen folgen, doch dann ging es wunderschöne bewaldete Flüsse und Kanäle entlang. An der burgundischen Pforte endete das Tal, in welchem übrigens auch Braunkohle (siehe Bild) abgebaut wurde. Bald schon erreichte ich den letzten Ort im ehemals deutschsprachigen Raum. Dort befindet sich ein Benediktinerinnenkloster. Bei meinem Eintreffen gab es Mittagessen für eine Gruppe von Frauen, welche eine Woche lernten, orthodoxe Ikonen (siehe Bild: heilige Ottilie, Schutzpatronin des Elsass) zu malen. Nach einigem Zögern beschloss ich zu bleiben, da ein paar Bewohner deutsch sprachen. Im benachbarten Altenheim lernte ich eine 92jährige Elsässerin kennen. Sie erzählte, dass man zur Zeit der Annexion 1940 bis 1944 kein Wort französisch sprechen durfte. Heute lernen von den Kindern nur noch 2 von 10 Elsässisch.

Die nächste Station war Belfort, deren zum Teil fast 400 Jahre alten Festungsanlagen sehr beeindruckend sind (siehe Bilder). Im Deutsch-Französischen Krieg wurde die Stadt nicht besetzt. Obwohl dort viele Familiennamen deutsch sind, wird hier schon lange vornehmlich französisch gesprochen und so wurde dieser Teil des Elsass 1871 nicht annektiert.

Mittlerweile habe ich mich schon etwas in Frankreich eingelebt und auch ein paar französische Wörter und Sätze gelernt. Am Anfang war das beinahe einzige französische Wort, welches ich sprechen konnte "tampon" - Stempel. (In dieser Periode brauche ich also täglich ein Tampon. Na toll.)

Alles in allem ist es zwar etwas schwieriger als bisher doch das Land ist wirklich schön und die Menschen sind freundlich.



Tick Tack Tick Tack - 2. Eintrag vom 01.07.2019

Tick Tack Tick Tack - so klingen meine beiden Wanderstöcke, von denen einer klassisch aus Holz und der andere ein moderner Trekking-Stock ist.
Tick Tack Tick Tack. So geht es Tag für Tag, an dem ich nicht weiß, was mich erwarte. Die große Hitze habe ich gelernt zu ertragen und von Unwettern blieb ich bisher verschont.
Gott sei dank!

Und so laufe ich über viele Ländergrenzen hinweg und freue mich über die regionale kulturelle Vielfalt, welche dieser Tage noch in Deutschland besteht und sich an der Mundart äußert. Zu erst kam ich nach Oberfranken, wo man noch von "Labla" spricht, sind es in Mittelfranken "Weckla". Geht es dann ins schwäbisch Hallsche und württembergische, heißt es "Brötle" und "Weckle". Überrascht war ich von den klaren Dialektegrenzen denn von einem Dorf zum nächsten kann deutlich anders gesprochen werden. Doch nicht nur die Mundart, sondern auch die Bauweise von Kirchen und Wohnhäusern unterscheidet sich von Region zu Region ebenso wie die Forst- und Landwirtschaft.

Nach vier Wochen des Pilgerns frage ich mich schon manchmal, ob es nicht ziemlich verrückt ist, sich freiwillig dieser physischen und mentalen Belastung auszusetzen und doch bestand für mich nie der Zweifel, dass ich mein Ziel erreichen würde, denn ich habe mich schließlich fest dazu entschieden.

Und was ist am Pilgern belastend? Für mich ist es vor allem die Einsamkeit. Zwar treffe ich immer wieder liebe Menschen und habe eine schöne Zeit mit ihnen, doch schon nach einem oder zwei Tagen heißt es Abschied nehmen. Die Bedeutung fester soziale Bindungen ist nicht zu unterschätzen, für den, der sie immer hat jedoch leider oft selbstverständlich.

Doch im Herzen bleibe ich immer mit der Heimat verbunden. So las ich unterwegs den Spruch: Zuhause bin ich da, wo ich bleib', wenn ich geh. Während ich nun also in der Ferne bin, bleibt doch ein Teil von mir bei euch. Aus dem Schwarzwald grüßt Bergbruder Jacob.


Tübingen


Kloster Bebenhausen

Bergbauspuren im Schwarzwald

GLÜCK AUF !!!


Ein Pilger auf Wallfahrt - 1. Eintrag vom 12.06.2019

Liebe Knappschaft, nun bin ich bereits seit einer Woche auf dem Weg und habe so viel erlebt, ohne viele Kilometer zurück zu legen. In Sachsen war das Wandern noch eine ziemliche Qual. Das Gepäck war einfach zu schwer und ich erleichterte mich in Plauen ein wenig, indem ich unter anderem einen leichteren Schlafsack kaufte. Jetzt wiegt mein Rucksack 13,5 kg. All diese Details möchte ich jedoch nun beiseite lassen und euch stattdessen eine einzelne Passage erzählen.
Nachdem ich mich in Helmbrechts schon richtig zu Hause gefühlt hatte, da ich als erstes dem Bürgermeister vorgestellt wurde, dann eine Unterkunft bekam, darauf an einer Chorprobe teilnahm und am nächsten Morgen in einen Literaturcafé sogar noch zum Frühstück eingeladen wurde, ging es gestärkt weiter.

Schon am Vorabend hatte ich vom Wallfahrtsort Marienweiher gehört, der zu Pfingsten ein beliebtes Ziel sei und schließlich traf ich auch auf sogenannte Wallfahrerinnen, denen ich mich anschloss. An diesem Samstag, so wurde mir erzählt, liefen aus verschiedenen Richtungen Gruppen zwischen 45 und 70km zu einer päpstlichen Basilika in einem kleinen Dorf. Wallen ist nicht pilgern, denn es findet nicht über einen langen Zeitraum statt.

Nun hatte ich erst etwa 17 km zurückgelegt und eigentlich wollte ich nach so kurzer Strecke nicht verweilen, doch dieses Ereignis sollte mir (und damit euch) nicht entgehen. Als wir in Marienweiher ankamen, waren noch längst nicht alle Wallfahrer da. Ich suchte im Klosterbau nach einem Stempel für meinen Pilgerausweis und fragte nach einer Unterkunft. Ein Mönch schaute kurz in den Raum hinter sich und fragte, ob es auch höher gelegen sein könne. Warum nicht? So erhielt ich den letzten Schlafplatz und damit auch noch den höchsten! Im Saal ruhten sich die Wallfahrer schon aus und schliefen sogar. Da ging ich zum Speisen in eines der drei Wirtshäuser und setzte mich zu einer älteren Dame, die mir erzählte, dass hier frühe sehr viel mehr los gewesen sei. Damals kamen Reisebusse und auch vor der Basilika lauschten hunderte der Predigt. Es gab mehr Stände usw. Jetzt hielt es sich dagegen in Grenzen.

Zurück bei den erschöpften Wallfahrern im Schlafsaal, wartete ich auf den Beginn der heiligen Messe. Da kam der Bamberger Bischof den Gang entlang und sagte in väterlichem Ton: "Na, habt ihr euch gut ausgeruht." Mich grüßend gab mir die Hand. "Grüß Gott!"

In der Basilika fand ich am Ende leider keinen Sitzplatz mehr. Nach den Wanderungen der letzten Tage waren meine Kniegelenke strapaziert und ich verlagerte das Gewicht immer wieder vom einen zum anderen Knie. Nun bahnte sich ein streng geregeltes Ritual an, das mir doch sehr befremdlich erscheinen musste. Die Fahnenträger verließen die Basilika durch das Portal und ein wenig später mit dem Bischof und den Mönchen bzw. Patres (darunter übrigens ein Pole und ein Inder) zurück zu kehren. Das gesamte Programm mit vielen Gesängen, Gebeten usw. dauerte fast drei Stunden. Interessant war dabei vor allem die Prozession durch den Ort, denn unsere Bergparaden haben in solchen Prozessionen sicher auch einen Ursprung. Mit Blasmusik, Fahnen und Standarten, die aber ganz aus Holz waren, (wie nennt sich das?) zog eine große Menschenmenge mit Kerzen in den Händen durch den Ort. Dabei wiederholte sich permanent das Ave Maria, was ich am Ende selbst schon mitzurufen begann.

Als in der Basilika ein Chor gesungen hatte, war es schon richtig dunkel und es ging auf die Wirtshäuser zu. Ein Wallfahrer nahm mich mit. Er hatte bemerkt, dass ich Pilger bin. Seine frommen Empfindungen konnte ich irgendwie nicht teilen. So erzählte er, er habe einen 85 Gramm schweren Stein aus der Heimat mit nach Spanien genommen, nachdem er auf diesen all seine Sorgen und seinen Kummer gelegt hatte. Am Jakobsweg gibt es einen Berg, wo man solche Steine ablegt. Er sagte in voller Überzeugung, sein Rucksack sei danach 5 kg leichter gewesen. Nunja, im Wirtshaus wurde ordentlich gesungenen. Es klang gut, aber ich kannte die Lieder nicht. Gegessen und getrunken wurde natürlich auch, aber lange blieben wir nicht. Zurück im Schlafsaal war ich dort der letzte. Auch wenn andere Wallfahrer durchzechen, diese hier standen am nächsten Tag schon um 4 auf, denn jede Wallfahrer-Gruppe hatte eine bestimmte Zeit, um zu starten, damit jeder die sanitären Einrichtungen nutzen und in der freiwilligen Feuerwehr frühstücken konnte.

Und das war der Tag an dem ich einen Bischof die Hand geben durfte.

Aus Franken grüßt euch, Joe.

Neu im Programm! - Schachtgeflimmer

Neben den beliebten und alljährlichen Stammtischen haben wir uns - Bergkamerad Joe Jacob sei hier genannt - etwas Neues einfallen lassen.

Am 2. April und am 1. Oktober wird es jeweils ab 18:00 Uhr ein Schachtgeflimmer geben.
Dort zeigen wir alte historische Filmaufnahmen über verschiedene Themen des sächsichen Steinkohlenbergbaus.

  • 2. April: Bergarbeit zur Kaiserzeit
  • 1. Oktober: Zwickauer Koks

Hier werden Filme gezeigt, welche man auch auf youtube nicht zu sehen bekommt. Also auch für dem Steinkohlenbergbau nicht so nahestehenden Menschen, interessante Filmdokumente aus der Heimat früherer Zeiten...

Wir laden ein - zur nächsten Veranstaltung

Wanderung der AG Bergbau- & Gästeführer

August 25 Sonntag
„Von Lichtenstein nach Oelsnitz/Erzgeb.“

Anreise mit der Citybahn,
(Abfahrt Bahnhof Oelsnitz 09:37 Uhr)
Strecke 14 km

Treffpunkt: 9:15 Uhr
09376 Oelsnitz/Erzgeb.
Bahnhofstr. 94
Bahnhofsvorplatz

Geleuchtsammlung Friemann & Wolf

Glück auf zur Schicht!
Das beste Licht beschütze Dich!

Wir sind stolz, einer der anerkannt bedeutendsten Sammlungen von historischem bergmännischen Geleucht der Firma Friemann & Wolf aus der Frühzeit bis zu ihrem Übergang in einen volkseigenen Betrieb eine Heimstatt zu geben.

Im Bild sehen Sie die sogenannte JUBILÄUMSLAMPE in Aluminiumausführung. Sie wurde bei Fertigung der 1.500000. Wolf’schen Sicherheitslampe dem Leiter der Firma Friemann & Wolf, Fabrikbesitzer Paul Wolf, am 28. März 1914 überreicht. Auf dem Gestelldeckel trägt sie die Orte der Zweigwerke, auf dem oberen Gestellring die Orte mit Handelsniederlassungen eingraviert.

Zur Geleucht-Sammlung

AG Bergbau- & Gästeführer

Die Knappschaft arbeitet eng mit den Bergbau- & Gästeführern Oelsnitz zusammen.
Diese bietet zahlreiche Wanderungen, Parkführungen, Veranstaltungen und ein grünes Klassenzimmer an.

Näheres zu unseren Angeboten und Terminen

Höhepunkte 2019

Sehens- und Wissenswertes

Wir möchten Ihnen die Arbeit, Vorhaben und Aktivitäten unseres Vereins vorstellen. Erfahren Sie Interessantes zu den Paradeuniformen unserer Habitträger, dem Bergbaulehrpfad oder zur Sächsischen Kohlenstraße
Lesenswertes gibt es in der Bücherecke und Sehenswertes in der Geleucht-Austellung.

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In eigener Sache

Wir freuen uns natürlich immer über die Erweiterung unseres Bekanntheitsgrades.
Wer uns dabei unterstützen möchte, kann dies unter anderem mit diesen, zu einem Unkostenbeitrag von ca. 5 EUR, Nummernschildverstärkern tun ;-)

Bei Interesse rufen Sie mich einfach unter 0151/72691914 an.
Vielen Dank und Glück Auf
Bergkamerad Andreas Lange